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bembel-on-tour, jetzt gibts die Reise als Buch!

Einem lange gehegten Traum folgt die Wohnungskündigung. Noch im heimischen Wohnzimmer werden mitten im Winter die beiden Motorräder startklar gemacht für die Reise ihres Lebens.

Und dann: Afrika. Gnadenlose Stürze und viele Schutzengel, permanenter Kühlwasserverlust und unerwartete Pannenhilfe in Marokko, staubige Pisten in Mali und endlose Weiten der namibischen Wüste, unwahrscheinliche Armut im schroffen, äthiopischen Bergland und ein freundliches Lächeln über einer Schale Tee: Zu zweit erleben Rainer und Birgit unerwartete Geschichten auf ihrer zwölf Monate währenden, abenteuerlichen Tour durch Afrika.

Unterhaltsam und informativ schildert Rainer Knabe die überwältigende Vielfalt an afrikanischen Gegensätzen, die er dem Leser auf seine ganz persönliche Weise zu vermitteln mag.

Tipps und Informationen runden die spannende Geschichte ab.

 

Next Exit Afrika

von Rainer Knabe

im Stock und Stein Verlag Krefeld

ISBN 978-3-9817174-1-9

348 Seiten, mit vielen ganzseitigen Farbfotos

19,90 €

Eine kleine Leseprobe:

... Birgits XChallenge ist mit kochendem Kühlwasser mitten in der Ödnis des Hohen Atlas liegengeblieben, nichts geht mehr, aber schließlich finden wir einen alten Berber mit einem klapprigen Mercedes Bus, der uns in der ansteigenden Dämmerung bis nach Tinghir bringen möchte:

Die Zeit drängt, es ist dunkel und eine längere Fahrt liegt vor uns. Birgit steigt ins Fahrerhaus und ich bemühe mich, im Licht meines nicht-Marokko-tauglichen Scheinwerfers hinter unserem gelben Engel im Kaftan herzukommen. Die Tour war schon bei Tag schwierig, mit Schlaglöchern, Steinen und geschotterten Stellen. Nun aber schießen mir die Warnungen durch den Kopf, niemals, aber auch wirklich niemals bei Nacht diese Strecken mit dem Motorrad zu befahren. Tja, aber dafür ist es nun zu spät ... Nach gefühlt zwei Stunden durch die stockdunkle Nacht biegt unser Berber plötzlich (mit Frau und Motorrad!) von der Strecke auf einen buckeligen, finsteren Feldweg ab. Was zum Teufel hat der vor, wo will der Typ hin? Ich habe keine Alternative, biege ebenfalls ab, steige in die Rasten und rufe all meine Erinnerungen an vergangene Endurokurse ab. Mein Scheinwerfer funzelt ein vages Licht auf die buckelige Piste, vor mir nur die Schlussleuchten des schaukelnden Mercedes, kindskopfgroße Steine werfen lange Schatten, nur dran bleiben, nicht stürzen, nicht den Anschluss verlieren. Ich fluche und konzentriere mich gleichzeitig, halte die Luft an und schnaufe durch. Wo will der hin, das ist doch alles nicht echt, oder?

Irgendwann hält der alte Bus schließlich vor einem großen Blechtor, dahinter ein dunkles, halb verfallenes Gehöft, was zum Henker passiert hier gerade?

Der Fahrer steigt aus, verschwindet nebenan, öffnet das Tor und beginnt, den Wagen im Licht seiner Handylampe zu entladen. Berge von Socken und geschätzte 10.000 Eier verschwinden in der Garage, wir helfen tatkräftig mit. Offensichtlich geht es uns nicht an den Kragen, sondern das Lager muss für weitere Geschäfte gefüllt werden.

Der Bus wendet (wie sieht der eigentlich in völliger Dunkelheit ohne Rückfahrleuchten, wohin er rollt?), dann geht’s offensichtlich wieder Richtung Straße. Und hier erwischt es mich zum ersten Mal, ein Schlagloch lässt mich böse nach rechts umfallen, ein Schlag auf den Helm wie von Mohammed Ali persönlich, und ich liege wieder einmal unter der Maschine. Birgit hat das Ganze im Rückspiegel beobachtet, der alte Berber erkennt an ihrer Reaktion, dass er wohl besser anhält, beide helfen mir auf, ich schüttle mich kurz, steige wieder in den Sattel, bis ich erneut in dieser Finsternis ein Schlagloch auf der Piste übersehe und den zweiten Schlag auf den Helm bekomme (… schon mal in völliger Finsternis gestürzt? Man merkt es erst, wenn man aufschlägt ...). Irgendwie schaffe ich es noch auf eine Brücke, bemerke nur, dass meine Maschine erneut gestürzt ist, um mich herum einige junge Marokkaner, ich frage Birgit völlig irritiert, was wir hier machen, wo wir sind, warum so viele Leute um uns herum sind und ihre Maschine hinten im Bus liegt?

Birgit reagiert recht schnell, holt ihren Helm und verfrachtet mich ins Fahrerhaus. Vorher teilt sie mir schonend mit, dass ich nach dem letzten Umfaller die Kiste auf der Brücke anscheinend erneut gelegt habe und nicht mehr weiterfahren soll. Kann mich an die Stürze überhaupt nicht erinnern, aber allmählich kommt die Ahnung, dass Mohammed Ali eventuell eine leichte Gehirnerschütterung mit blackout hinterlassen hat.

Jetzt muss Birgit meine hochbeinige XC über die dunklen Wege steuern. Unser Fahrer hat aber wohl ein recht schlechtes Gewissen, er schaut nur noch geradeaus und fährt nun überaus vorsichtig. So erreichen wir schließlich weit nach Mitternacht ein Hotel in Tinghir, beziehen ein Zimmer, die Mopeds werden sicher abgestellt, unser ADAC-Berber entlohnt, wir können aber lange noch nicht einschlafen, zu viel ist heute passiert und geht im Kopfkino umher.“

 

Am nächsten Tag sind wir von dieser nächtlichen Tortur noch so groggy, dass wir gar nichts unternehmen. Ich möchte dem Moped-Patienten zwar zu Leibe rücken, aber nach einem kurzen Gang zur Autowerkstatt fühle ich mich erneut schwindelig, vielleicht doch eine leichte Gehirnerschütterung? Während ich mich in der Waagerechten erhole, erkundet Birgit ein paar kleine Lädchen, die unser späteres Abendessen sichern sollen...

.... ergänzend zu den spannenden Berichten im Buch gibts hier viele Bilder von unserer Reise: hier gehts zu den Bildern